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Die Bahn wird auch in Zukunft ein unverzichtbares Verkehrsmittel bleiben. Allerdings muss die neueste Technik zum Einsatz kommen, wenn sie dem Wettbewerb der Transportmittel standhalten soll. Auch geht es nicht ohne gut ausgebildete Ingenieure, die anspruchsvolle Projekte steuern und planen.

Dr.-Ing. Thomas Mainka
VDEI Präsident und beratender Ingenieur

Der Blick auf die Zukunft ist dringend nötig.

Bei aller Diskussion um die Zukunft der Bahn ist eines sicher: Die Menschen wollen auch noch in 30 Jahren möglichst bequem und zuverlässig von A nach B gebracht werden. Welche Verkehrsmittel in welcher Kombination und zu welchen Bedingungen gewählt werden, wird davon abhängen, welche Anforderungen die Kunden der Zukunft an die Verkehrsmittel stellen und welche Angebote auf dem Markt sein werden. Mit der fortschreitenden Entwicklung ist absehbar, dass intelligente technische Lösungen die Mobilität der Zukunft wesentlich beeinflussen werden. 

Kundenfreundlich, also individuell wählbar, sicher, umweltschonend, schnell und preisgünstig muss das Verkehrsmittel der Zukunft sein. Die Bahn wird dabei eine wichtige Rolle spielen, sofern sie den Betrieb zuverlässig und ohne Störungen gewährleisten kann.

Betrachtet man die hohen öffentlichen und unternehmenseigenen Mittel, die in den nächsten Jahren in die deutsche Bahninfrastruktur gesteckt werden, so sehe ich sehr zuversichtlich in die Zukunft der Bahn. Schließlich ist sie das bei Weitem sicherste und umweltfreundlichste Verkehrsmittel. 

Welchen Anteil können die für die Schieneninfrastruktur verantwortlichen Unternehmen wie Netzbetreiber, Planungsbüros, bauausführende Unternehmen bis hin zu den Zulieferern leisten, um trotz ständig notwendiger Erneuerung und Instandhaltung des Schienennetzes einen möglichst pünktlichen Bahnbetrieb zu sichern?  

Der Schlüsselbegriff heißt „Bauen unter dem rollenden Rad“ und ist geübte Technik im Gleisbau. Statt Strecken zu sperren, geht der Betrieb möglichst ungestört auf dem Nebengleis weiter. Im Bahn- und Baubetrieb sind dem aber Grenzen gesetzt. Bahnsteige und Weichen im Gleis, Brücken und Bahnübergänge, Signalanlagen und Vermarkungen sind nur eine Auswahl möglicher Hindernisse, die umfahren werden müssen. Demgegenüber kommt moderne, gleisgebundene Technik zum Einsatz, die mit hoher Geschwindigkeit und gleichmäßiger Qualität insbesondere auf größeren Gleisabschnitten optimale Ergebnisse erzeugt. 

Der Einsatz der für diesen Betrieb geeigneten Gleisbaumaschinen erfordert ein hohes Maß an intelligenter Arbeitsvorbereitung. Bei der Termin- und Ressourcenplanung müssen häufig in kurzer Zeit gewaltige Massen bewegt und verarbeitet werden. Zudem muss der Baubetrieb in den Bahnbetrieb so eingebettet werden, dass kein Stillstand entsteht. Die anspruchsvolle Planung und Steuerung dieser Baustellen, angefangen von der ersten Projektierung bis zur Abnahme und Inbetriebnahme, ist Aufgabe der Eisenbahn­ingenieure. Für die erfolgreiche Abwicklung der Projekte benötigen sie ein extrem breites Wissen und vielfältige Erfahrungen im Bahnsystem. 

Mit der iaf-Messe in Münster bietet der VDEI nun schon seit 60 Jahren eine Plattform, auf der namhafte Aussteller ihre Ideen für die Zukunft und die neueste Technik präsentieren können. Die Ausstellung ist in Europa einzigartig und zeigt die Vielfalt der technischen Entwicklungen in der Schienenbranche für die kommenden Jahre. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit Ihnen! 

Der Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure e.V. (VDEI) ist der Berufsverband für Ingenieure im Schienenverkehr. Er bietet seinen 4.500 Mitgliedern ein breites Angebot an Fachinformationen, Veranstaltungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. 

www.vdei.de 

Dr. Siegfried Krause
VDEI-Service GmbH

iaf – Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik 2017

Die iaf ist heute die weltweit größte Fachmesse im Bereich Bau und Instandhaltung des Fahrweges der Eisenbahn. Über 200 Aussteller aus 18 Ländern präsentieren von 30. Mai bis 1. Juni im Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland den Besuchern aus aller Welt Neuheiten aus Schienentechnik und Gleisoberbau.

Hervorgegangen ist die iaf aus der Oberbaufachtagung des VDEI (Verband Deutscher Eisenbahn-Ingenieure), die heuer zum 60. Mal stattfindet. In den 1960er-Jahren gab es alle zwei Jahre eine begleitende Gleisbaumaschinen- und Geräteausstellung, auf der die ersten Maschinen und Geräte zur Erleichterung der schweren körperlichen Arbeiten im Gleisbau gezeigt wurden. Pionier-Exponate waren damals Winden zum Heben und Ausrichten der Gleise, Schraubmaschinen für das Lösen und Anziehen der Schienenbefestigung sowie Schienensägen und Schleifmaschinen zum Bearbeiten der Schienenschweißungen. Die ersten ausgestellten Großmaschinen dienten zum Stopfen und Richten der Gleise. 

In den Anfängen wurde das Gelände des alten Postbahnhofes in der Nähe der Frankfurter Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn genutzt. Später fand diese Ausstellung an wechselnden Standorten statt. So waren Bad Vilbel, Zürich, Hannover und Wien Stationen der iaf.

Im Jahr 2003 kam die iaf nach Münster. Hier war gerade die dritte Messehalle fertig geworden, direkt daneben befindet sich der Bahnhof Münster Ost der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE). Diese Gleisanlage stellt eine einzigartige Präsentationsfläche im Mittelpunkt der Ausstellung dar. Das Freigelände unmittelbar vor den Messehallen bietet ausreichend Raum für die Vorstellung von Zweiwegetechnik, ein Trend, der immer mehr um sich greift. 

Die Sparte steht vor riesigen Herausforderungen in der Erneuerung der Schieneninfrastruktur. Die enormen finanziellen Mittel aus dem Bundeshaushalt Deutschlands für den Erhalt, den Neu- und Ausbau wollen mit möglichst viel Nutzen und nachhaltig eingesetzt werden. Auf der iaf werden dazu die neuesten Technologien und Lösungen gezeigt. Ich persönlich bin schon sehr gespannt auf diese Messeneuheiten. 

Als Schirmherr für die iaf 2017 konnte erneut der amtierende Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewonnen werden. An der Eröffnung teilnehmen werden auch Staatssekretär Michael Odenwald und Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG.