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Für den gesamten Lebenszyklus von Infrastruktur und Maschine

Smart Maintenance

Mit der Digitalisierung gewinnt die Partnerschaft von Infrastrukturbetreiber, Bauunternehmer und Zulieferindustrie eine neue Dimension. Verfügbarkeit und Transparenz sind wesentliche Säulen. Die Planung präventiver Maßnahmen bringt unmittelbaren Nutzen.

Der Umfang unserer neuen, auf der iaf 2017 erstmals präsentierten PlasserSmartMaintenanceSuite PSMS wächst stetig. Sie beinhaltet Applikationen, die in Teilbereichen bereits realisiert sind. Die zentrale Plattform setzt sich aus konkreten Apps mit vernetzten Cloud-Lösungen und Web-Services zusammen. Im Vordergrund steht der einfache Zugang zu den relevanten Daten für die einzelne Maschine, die Flotte und die Infrastruktur. 

Smarte Apps, Online-Verfügbarkeit und virtuelle Tools sind im digitalen Zeitalter unverzichtbar. Smart Maintenance ist für den Entscheider wie auch das Maschinenpersonal ein adäquates Hilfsmittel, den stetig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Komplexe Maschinentechnologie einfach steuern können – das ist unser Ziel.

Die Bahnbaumaschine wird zunehmend intelligenter. Wir nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Qualität und Zuverlässigkeit zu steigern und dem Kundenwunsch nach mehr Automatisierung und Transparenz nachzukommen.

Florian Auer


PlasserSmartMaintenance

Mit PlasserSmartMaintenance bereiten wir uns für ein neues Zeitalter des Gleisbaus vor. Das "Internet of Machines" bringt einen neuen Zugang zu Gleisbaumaschinen für Bediener und Entscheider. Mit Hilfe moderner Sensorik und Testnutzer-Gruppen entwickeln wir neue Schnittstellen der Kommunikation, Auswertemechanismen und digitale Werkzeuge für die optimale Leistungsentfaltung.

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Alle Infos von der Flotte

Für Einsatzleiter und Disponenten ist es entscheidend, die Position und die wichtigsten Kennwerte ihrer Maschinen zu wissen, und das in Echtzeit. Für Monitoring gibt es inzwischen viele Anbieter. Die PlasserDatamatic war bisher schon eine standardisierte Schnittstelle zu GPS- und Motordaten, Füllständen der Betriebsmittel und Arbeitsparametern. 

In Kürze folgt die neue Version der Plasser­Datamatic – ein browserbasiertes User-Front-End für Maschineninformationen, Berichte und Analysen. Die Rückmeldungen unserer internationalen Kunden bildeten die Basis für den Funktionsumfang der überarbeiteten Anwendung. 

Als Single Point of Access bietet Plasser­Datamatic:

  • Geo Fence: Auf Basis der Open Railway Map kann der Einsatzbereich einer Maschine definiert werden. Erreicht oder überschreitet sie diesen Bereich, wird beispielsweise eine Benachrichtigung ausgelöst. Disponenten wissen dadurch immer genau, wie sie im Zeitplan liegen.
  • Last Events: Eine Woche sind die Log-Einträge einer Maschine einsehbar und rückverfolgbar.
  • Integrierte Bedienhilfen: Alle Daten zu einer Maschine kompakt an einem Zugangspunkt. Die Bedienungsanleitungen sind in der PlasserDatamatic abgelegt.
  • Event Wiki: Kommentarfunktion zur Selbsthilfe. Einträge, die wiederkehren, können dokumentiert werden. Die Kommentare helfen Bediener-übergreifend.
  • Dashboards zur freien Konfiguration: Jeder Anwender wählt seine Maschinenparameter ins Dashboard und baut damit maßgeschneidert seine Übersicht.
  • Wartung: Die Reports des MachineMaintenanceGuide MMG sind zentral abrufbar. Dazu zählen Fotos, Checklisten, Notizen und sogar Audiodateien.

Bedienung der Maschine

Neue Assistenzsysteme wie PlasserSmartTamping – The Assistant helfen dem Bediener, die operativen Systeme der Maschine zu managen. Alle Arbeitsaggregate einer Universalstopfmaschine werden bei der Weicheninstandhaltung vom Assistenzsystem gesteuert. Der Bediener muss die Handlungsempfehlungen lediglich quittieren. Das Risikopotenzial für folgenschwere Fehlbedienungen wird drastisch reduziert. Es gibt aber immer die Rückfallebene der manuellen Interaktion.

Mit dem neuen Assistenzsystem kommen wir vielen Kundenwünschen entgegen. Infrastrukturbetreiber erwarten Transparenz, Prozesssicherheit und Qualität beim Weichenstopfen. Bei den Maschinenbetreibern sind es die bessere Automatisierung des Stopfprozesses, höhere Arbeitsplatzqualität und – wenn möglich – weniger Bedienpersonal. All dem kommen wir nun einen Schritt näher und nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung.   

„PlasserSmartTamping – The Assistant“
Die digitale Zukunft der Weichenstopfung hat begonnen

Vor der Stopfmaschine wird die Weiche eingescannt (Laserscanner, Farbkamera, Schienenprofilsensoren an der Maschinenfront) und mit Hilfe der Assistenzsoftware ausgewertet. Alle Weichenteile und Hindernisse werden erkannt und entsprechend Vorschläge für das Hebe-Richt-Aggregat, die Zusatzhebung und das eigentliche Stopfaggregat unterbreitet.

Am Assistenzbildschirm in der Hauptstopfkabine werden die Vorschläge über dem Weichenbild angezeigt. Eine grüne Markierung vermerkt die positive Überprüfung durch das System. Der Bediener bestätigt den Vorschlag und drückt das Senkpedal. Das zusätzliche Sicherheitsfeature zeigt eventuelle Unstimmigkeiten im Vorschlag rot an. Das Assistenzsystem arbeitet „live“ in Echtzeit – ohne gesonderten Vormessvorgang und Bediener in der Beistopfkabine.

Alle Aktionen, z. B. die Verschwenkung der Stopfpickel, werden durch das Assistenzsystem vorgenommen. Es bedient dabei die 3-Strang-Hebung sowie die 4-Strang-Stopfung und folgt einem Stopfplan, für den Vorgaben der Infrastrukturbetreiber ausschlaggebend waren. In einem Stopfprotokoll werden alle qualitätsrelevanten Aspekte protokolliert und über ein offenes Multilayer-PDF zur Verfügung gestellt.

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Tools für Wartung und Ersatzteile

Die Service- und Wartungsarbeiten einer Gleisbaumaschine sichern letztlich deren Verfügbarkeit im Einsatz. Wenn jede Minute zählt, helfen korrekte Informationen, unverzüglich passende Ersatzteile zu finden. Dafür haben wir den SmartCatalog entwickelt (siehe Neue After-Sales-Services erfolgreich gestartet).

Bei der Maschinenwartung erfolgt die transparente Dokumentation künftig im neuen digitalen Serviceheft MachineMaintenanceGuide MMG. Wartungsverzeichnisse in Papierform waren häufig nicht mehr auffindbar oder wurden unzureichend ausgefüllt. Das machte es für Betreiber und Hersteller ungleich schwieriger, die Betriebssicherheit zu beurteilen. Nunmehr ist klar dokumentiert, welche Maßnahmen empfohlen und durchgeführt werden. Der MMG ist vorerst nur für Stopfaggregate verfügbar, die App wird aber auf komplette Maschinen ausgedehnt.

 Infrastruktur

Jede Instandhaltungsmaßnahme liefert riesige Datenmengen: Anlagedaten, Geometriedaten und Arbeitsparameter. Daraus generieren wir SmartData für unsere Kunden. LifeCycle-Management und Bewertungen nach RAM (Reliability, Availability und Maintainability) sind auf diese Quelle angewiesen. 

Für die Betreiber steigt der Druck bei Kosten und Zeitfenstern zur Instandhaltung. Schließlich bestimmt die Verfügbarkeit der Trasse letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn gegenüber anderen Verkehrsträgern. Wir arbeiten bereits intensiv am virtuellen Gleis – Virtual Track. Es eröffnet neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Instandhaltungsmaschine und Infrastruktur. Die Qualitätsnachweise über erbrachte Leistungen sind unmittelbar vom Auftraggeber einsehbar. Im Gefahrenbereich halten sich weniger Menschen auf, Kontrollarbeiten können in sichere Büros verlagert werden. Die Betrachtung von Trends in Kombination mit intelligenten Auswertungsmethoden ermöglicht Analysen und Vorschläge für Maßnahmen zu Predictive Maintenance im Bereich des Eisenbahnfahrwegs. 

Seit Frühjahr 2018 steht Plasser & Theurer erstmals ein eigenes Versuchsmessfahrzeug zur Verfügung, der EM100VT – VT steht hierbei für Virtual Track. Dieses Fahrzeug dient als Trägerplattform für die Entwicklung und den Test von neuen Messsystemen und ist damit eine wichtige Basis für die digitale Produktentwicklung.   

Wir arbeiten bereits intensiv am virtuellen Gleis – Virtual Track. Es eröffnet neue Wege der Zusammenarbeit zwischen Instandhaltungsmaschine und Infrastruktur.