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Erfolgreicher Winterdienst

Rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit gingen neue Fahrzeuge für den Winterdienst bei der kroatischen Staatsbahn in Betrieb. Damit ist für eine effizientere Schneeräumung der Schienen in den Wintermonaten gesorgt.



Für die großen Schneeräumkapazitäten und die hohen Räumgeschwindigkeiten wurden sowohl der Antrieb als auch die Hydraulik des Grundfahrzeuges verstärkt.

Mit einem Gleisnetz von rund 3.000 km Länge verfügt Kroatien über eine gut ausgebaute Schieneninfrastruktur, die unter anderem auch über das Dinarische Gebirge führt – eine der höchsten Gebirgsketten in Europa. Durch die klimatischen Verhältnisse zwischen der Adria und den Bergen werden die Bahnstrecken mit großen Mengen an sehr feuchtem, schwerem Schnee belastet.

Für eine effizientere Schneeräumung der Schienen entschied die kroatische Staatsbahn, ihre Winterdienstflotte mit leistungsstarken Geräten zu verstärken. Betrieben werden die Maschinen von der HŽ INFRASTRUKTURA (HŽ Infrastruktur GmbH für Management, Instandhaltung und Bau der Eisenbahninfrastruktur).

Das Dinarische Gebirge - Verkehr und Wetter*

Das Dinarische Gebirge (auch als Dinarische Alpen bezeichnet) erstreckt sich über 600 Kilometer entlang des Ostufers der Adria von den Julischen Alpen in Nordostitalien und Slowenien über Nordwest-Kroatien Richtung Süden bis Nordalbanien. Schluchten, sohlenlose Flusstäler sowie quer zur Verkehrsrichtung angeordnete Gebirgsketten stellen Haupthindernisse für den Verkehr dar. 

In der Scheitelzone müssen über 1.000 Meter hohe Pässe und Hochkarstebenen erklommen werden. Ein vorwiegend auf die kalte Jahreszeit konzentrierter Nieder­schlag führt zu enormen Schneehöhen und eine bis weit ins Frühjahr hineinreichende Schneebedeckung. Im Winterhalbjahr bringt das oft anhaltende Behinderungen oder gar Unterbrechungen des Verkehrs.

*Quelle Wikipedia, Eintrag „Dinarisches Gebirge“

Bildquelle: © Ekem, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Schwerlastfahrzeug OBW 100.256 S wird zur Schneefräse

Zwei neue Oberbaumotorwagen OBW 100 wurden als Basis für die Winterdienstfahrzeuge gewählt. Unsere leistungsstarken Triebfahrzeuge wurden mit verschiedenen Anbaugeräten wie Hochleistungsschneeschleudern („Schneefräsen“), Schneepflügen sowie Spurpflügen versehen. Mit der enormen Schneeräumkapazität bei hoher Räumgeschwindigkeit kann eine schnelle und effiziente Streckenöffnung durchgeführt werden.

Der hydrostatisch angetriebene Schneeschleudervorbau besitzt zwei gegenläufige Wurfräder. Durch das Ausfahren der Vorbauhälften kann die Räumbreite von 3.000 mm auf bis zu 6.000 mm vergrößert werden. Jedes Wurfradgehäuse ist mit einem tangentialen Kamin ausgestattet, wodurch der Schnee bis zu 40 m weit ausgeworfen wird. Die Räumleistung beträgt 3.500 t pro Stunde. Auch unter widrigsten Bedingungen ermöglicht der OBW 100.256 S die Räumung der Strecke in einem Arbeitsgang, sodass jederzeit ein störungsfreier Zugverkehr sichergestellt ist.

Darüber hinaus sorgt ein Schneepflug am anderen Ende des Trägerfahrzeugs für freie Gleise bei geringeren Schneemengen. Der variable Schneepflug ist zweischarig aufgebaut und kann sowohl als Keilpflug mit beidseitigem Schneeauswurf wie als einseitiger Schneepflug mit Schneeauswurf zu einer Seite hin eingesetzt werden.   

Ergänzt wird die Winterdienstausstattung mit Spurpflügen zum effizienten Räumen zwischen den Schienen. Eine Drehvorrichtung für den Fahrtrichtungswechsel der Maschine befindet sich zwischen den beiden Drehgestellen in der Maschinenmitte. Damit wird die Maschine am Baustellen- oder Einsatzende vom Gleis abgehoben. Die Drehung selbst erfolgt hydraulisch mit einem Zahnrad­system.

Für die großen Schneeräumkapazitäten und die hohen Räumgeschwindigkeiten wurden sowohl der Antrieb als auch die Hydraulik des Grundfahrzeuges verstärkt. Der hydrostatische Antrieb für Arbeits- und Überstellfahrt erfolgt auf alle Achsen beider Drehgestelle. Sowohl die Isolierung und Heizung der Kabinen als auch die Ausführung der Arbeitsaggregate und des Motors ist den harten Wetterbedingungen vor allem im Winter (bis -30 °C) angepasst.

Die beiden neuen Winterdienstfahrzeuge sind in Ogulin stationiert, dem zentralen Knoten zwischen der Strecke nach Nordosten (Zagreb) sowie den Bergstrecken in den Süden Kroatiens und Richtung Westen nach Rijeka.

Universalfahrzeug OBW 10 Sprinter ergänzt die Lieferung

Ein universell als Transportfahrzeug für Personen und Material einsetzbarer Oberbaumotorwagen wurde schon vor dem Sommer nach Zagreb geliefert. Dieser OBW 10 Sprinter leistet wertvolle Arbeit im Hintergrund – als Unterstützung bei vielen Instandhaltungsarbeiten.

Die Ausführung basiert auf unserer bewährten OBW 10-Serie und wurde den gängigen europäischen Normen und Abgasvorschriften angepasst. Die Maschine kann bis zu zehn Personen transportieren (inklusive zwei Fahrersitzen). Eine integrierte Ladeplattform mit einer Fläche von ca. 12 m² dient für Materialtransporte. Der hydraulisch angetriebene Schwerlastkran kann mit verschiedenen Greifeinrichtungen bestückt werden.