Polen investiert stark in leistungsfähige Infrastruktur. Strecken werden ausgebaut, Geschwindigkeiten erhöht, Verkehrsleistungen gesteigert. Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Eisenbahninfrastruktur. Oberleitungsanlagen müssen heute von Anfang an so genau montiert werden, dass sie dauerhaft stabil funktionieren. Nachträgliche Korrekturen kosten Zeit, Geld und oft auch wertvolle Sperrpausen. Bereits Abweichungen von wenigen Millimetern haben große Folgen.
Mit steigender Geschwindigkeit reagieren Oberleitung und Stromabnehmer empfindlicher auf Unregelmäßigkeiten. Ungleichmäßige Verlegespannungen oder minimale Lagefehler führen schneller zu dynamischen Effekten im System. Die Folgen sind unruhiger Lauf, erhöhter Verschleiß und zusätzlich notwendige Instandhaltung. Umso wichtiger ist eine Bauweise, die solche Effekte bereits bei der Montage minimiert.
Erfolgreicher Premiereneinsatz auf Pendolino-Strecke
Seinen ersten Einsatz meisterte der Plasser CatenaryLiner 300 in Kozłowo. Dort entstand eine Oberleitung für den Pendolino-Verkehr – ein Projekt mit hohen technischen Anforderungen und engem Zeitrahmen. Die in Polen eingesetzten Pendolino-Züge verkehren mit hohen Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h auf modernisierten Hauptstrecken. Dadurch steigen die Anforderungen an Lagegenauigkeit, Spannungsführung und dynamische Stabilität der Oberleitung deutlich, um gute Kontaktqualität zwischen Stromabnehmer und Fahrdraht zu gewährleisten.
Der erste Einsatz war damit mehr als ein Test. Er zeigte unter realen Bedingungen, worauf es im modernen Oberleitungsbau ankommt: reproduzierbare Qualität, planbare Abläufe und eine Ausführung, die auch anspruchsvolle Vorgaben zuverlässig erfüllt.
Seit August 2025 ist die Maschine regelmäßig im Einsatz und hat sich im täglichen Betrieb bewährt. Sie wird sowohl bei Modernisierungsprojekten als auch in der Instandhaltung eingesetzt und ist damit fester Bestandteil im Maschinenpark von PPM-T.
Konstante Qualität im laufenden Betrieb
Im täglichen Einsatz überzeugt die Maschine vor allem durch gleichmäßige Arbeitsweise. Die Ergebnisse bleiben konstant, auch über längere Abschnitte hinweg. Gerade unter Zeitdruck ist das ein entscheidender Vorteil. Projekte gewinnen an Verlässlichkeit, da sich Bauabläufe besser planen lassen.
Ein wesentlicher Effekt zeigt sich bei der Nacharbeit. Da die Oberleitung direkt in der vorgesehenen Endspannung verlegt wird, sind spätere Korrekturen kaum nötig. Das reduziert nicht nur den Aufwand auf der Baustelle, sondern verbessert auch die Qualität im Betrieb.
Effizienz bei knappen Sperrpausen
Oft stehen nur kurze Zeitfenster für Bauarbeiten zur Verfügung, dann zählt jeder Arbeitsschritt. Der CatenaryLiner 300 ermöglicht es, mehrere Arbeitsschritte zu bündeln und in einem Durchgang umzusetzen. Das verkürzt die Bauzeit und entlastet die gesamte Projektplanung. Gleichzeitig erhöht sich die Prozesssicherheit. Weniger Eingriffe bedeuten weniger Fehlerquellen. Das wirkt sich direkt auf die Qualität der fertigen Oberleitung aus.
Technologie als Grundlage für Qualität
Das Verlegesystem arbeitet mit definierter Zugkraft von bis zu 38 kN auf jeder der drei Friktionswinden und ermöglicht gleichzeitiges Verlegen von zwei Fahrdrähten und einem Tragseil. Gerade in Gleichstromsystemen, wie sie in Polen weit verbreitet sind, ist diese Kombination entscheidend. Parallele Verlegung mehrerer Fahrdrähte stellt hohe Anforderungen an die Gleichmäßigkeit der Zugkräfte. Nur wenn diese exakt eingehalten werden, entsteht eine stabile und langlebige Oberleitung. Präzise Seilführung sorgt dafür, dass die geforderten Parameter zuverlässig eingehalten werden.
Hinzu kommt hohe Flexibilität im Bauablauf. Auch unter schwierigen Bedingungen, etwa in Bögen, bei Überhöhungen oder in beengten Platzverhältnissen, lässt sich präzise arbeiten. Das erleichtert die Umsetzung komplexer Projekte und reduziert das Risiko von Abweichungen. Der Plasser CatenaryLiner 300 verfügt außerdem über zwei vollständige Fahrstände in beiden Endkabinen, dadurch sind Fahrten in beide Richtungen mit bis zu 100 km/h möglich.
Positive Rückmeldung aus der Praxis
Auch aus Sicht des Anwenders fällt das Fazit klar aus. Das polnische Unternehmen PPM-T bewertet die Maschine positiv. Rafał Jadczak, Leiter der Abteilung Elektrotechnik, bringt es auf den Punkt: „Die Maschine erfüllt unsere Erwartungen sowohl hinsichtlich der Leistung als auch der Zuverlässigkeit. Ihr Einsatz hat die Durchführung der Arbeiten deutlich verbessert.“
Besonders hervorgehoben werden stabile Arbeitsleistung, Präzision und hoher Bedienkomfort. Auch das Bedienpersonal äußert sich durchwegs positiv. Insbesondere werden die intuitive Handhabung sowie der hohe Arbeitskomfort hervorgehoben, was sich im täglichen Betrieb in sicherem und effizientem Arbeitsablauf widerspiegelt.
Beitrag zur Modernisierung des Bahnnetzes
Der Einsatz in Polen zeigt, welchen Beitrag spezialisierte Maschinentechnik heute leisten kann. Sie verbessert nicht nur einzelne Arbeitsschritte, sondern beeinflusst den gesamten Bauprozess. Qualität wird reproduzierbar, Abläufe werden planbarer und Projekte insgesamt wirtschaftlicher.