Der ungarische Baukonzern V-Híd verfügt bereits über einen Umbauzug von Plasser & Theurer. Nun kam ein neuer AssemblyLiner 1020 dazu. Das System basiert auf den erfolgreichen Erfahrungen der SMD-80-Serie, wurde jedoch als komplette Neukonstruktion an moderne Anforderungen angepasst.
Alle Hauptarbeiten in einem Prozess gebündelt
Der Raupenantrieb ermöglicht kontinuierlichen Gleisumbau, unabhängig von Witterungseinflüssen. Er sorgt für gleichmäßigen Vortrieb, selbst bei Regen oder nassen Schienen. Alle Hauptarbeitsschritte erfolgen in einem einzigen Arbeitsprozess innerhalb des Maschinensystems:
Zerfällt eine Altschwelle beim Ausbau, kann sie seitlich mit einer integrierten Ausdrückvorrichtung ausgeschoben werden, sodass der Arbeitsfluss nicht unterbrochen wird.
Das Fließbandverfahren erfordert keine Sperrungen des Nachbargleises. Wie eine Ökobilanz aufzeigt, steigert es die Nachhaltigkeit großer Bauprojekte im Vergleich zu konventionellen Methoden. Der AssemblyLiner deckt gleich drei Arbeitsmodi ab: Umbau, Rückbau und Neubau. Das neu entwickelte Design ermöglicht dies ohne Umbau der Maschine.
Bedienung neu gedacht mit Plasser WorkingView
Im überarbeiteten Kabinen- und Bedienkonzept liegt ein wesentlicher Fortschritt des AssemblyLiner 1020. Die neue Kabine bietet mit 2,2 Metern Raumhöhe deutlich mehr Platz. Ein ergonomisch neu gestalteter Arbeitsplatz erhöht die Arbeitssicherheit.
Hochauflösende Kameras liefern gestochen scharfe Bilder sämtlicher Arbeitsbereiche und übertragen diese auf fünf Monitore in der klimatisierten Kabine. Mit dem Plasser WorkingView-System kann das Bedienpersonal die Arbeitsaggregate in sicherem Abstand steuern. Dies reduziert physische Belastungen und ermöglicht besseren Überblick über die gesamte Baustelle. Die Kameras liefern unterschiedliche Perspektiven: vom Lenken des Raupenfahrwerks über die Sicht auf den Fahrweg mit automatischer Umschaltung der Fahrtrichtung bis hin zur Überwachung von Schwellenaufnehmer, Aushubkette, Schwellenverlegung und Altschwellensammelanlage. Im Neubaumodus liefern weitere Kamerabilder die Sicht auf das Planierschild mit Förderschnecke für die Erstellung eines optimalen Schwellenauflagers. Das exakte Handling beim Ausbau der Altschwellen unterstützen Indikatorlinien als visuelle Hilfe.
Schon gewusst?
Plasser & Theurer entwickelt und baut seit 1968 Fließbandverfahren für den Gleisumbau. Der Name AssemblyLiner weist darauf hin, dass das Fließband direkt zur Gleisbaustelle gebracht wird. Bis heute wurden 53 Umbausysteme vergleichbarer Bauart in 17 Länder geliefert.
Mehr dazu erfahren Sie in der Technologiebroschüre „Neues Gleis in Fließbandtechnik.
Über Aufstiege mit Sicherheitsplattform ist die Kabine sehr gut zu erreichen. Das neue Arbeitsumfeld mit höherem Bedienkomfort reduziert Stressfaktoren und steigert unmittelbar die Arbeitssicherheit und in weiterer Folge die Effizienz des Bauverfahrens.
Auf die Materiallogistik kommt es an
Neben präzise aufeinander abgestimmten Arbeitsaggregaten ist die Materiallogistik ein entscheidender Faktor für erfolgreichen Einsatz des AssemblyLiner 1020. Zwei Portalanlagen sorgen für kontinuierliche Versorgung mit Neuschwellen und rasches Verladen der Altschwellen, sodass der Arbeitsfluss nie unterbrochen werden muss. Fließbandtechnik in Kombination mit optimierter Logistik minimiert Leerlaufzeiten und sorgt dafür, dass Baulose für Umbau, Rückbau und Neubau kosteneffizient und planmäßig durchgeführt werden können.
Die durchdachte Integration der Materiallogistik steigert die Geschwindigkeit beim Gleisumbau und erhöht zugleich auch die Qualität des Gleises. Der materialschonende Einbau von Neuschwellen und Schienen, kombiniert mit einem optimalen Schwellenauflager, ist die bestmögliche Basis für langfristig stabile und sichere Gleise. Außerdem erlaubt die Maschine flexible Anpassung an unterschiedliche Baustellenbedingungen und Oberbauformen, wodurch sie für eine Vielzahl von Projekten einsetzbar ist.
Die Vorteile für Betreiber liegen klar auf der Hand: Das Fließbandverfahren reduziert Unterbrechungen des Bahnverkehrs dank optimierter Ausnutzung der Sperrzeiten. Die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern sich. Und die Nachhaltigkeit steigt durch optimierten Materialeinsatz mit reduzierten Stillstandszeiten.
Im Herbst 2025 schulte Plasser & Theurer die Maschinen-Crew in Salgótarján, Ungarn. Im Frühjahr 2026 arbeitete der AssemblyLiner 1020 bereits auf ungarischen Baustellen.