Vom 22. bis 25. September 2026 präsentiert die Bahnbranche zum 15. Mal ihre Innovationen auf der internationalen Fachmesse für Verkehrstechnik InnoTrans in Berlin. Auf über 116.000 m² Ausstellungsfläche informieren sich interessierte Besucher:innen über die neuesten Entwicklungen.
Auch Plasser & Theurer ist dabei – getreu dem InnoTrans-Motto 2026 „The Future of Mobility“. Auf den Gleisen am Freigelände präsentieren wir zwei Maschinen aus unserem neuen Europa-Produktportfolio: die Schotterverteil- und Planiermaschine Plasser BallastMaster 410 und die kontinuierliche 2-Schwellen-Stopfmaschine Plasser UnimatExpress 2X-4x4 Dynamic.
Der neue Allrounder
Die Universalstopfmaschine der Firma OHLA ŽS, a.s. ist die Weiterentwicklung der global bewährten 09/4S-Serie, die sich durch hohe Arbeitsleistung bei gleichzeitig hervorragender Arbeitsqualität auszeichnet. Kurze Sperrpausen können durch den kontinuierlichen Arbeitsmodus und verschiedenste Assistenzsysteme optimal genutzt werden.
Die neue Maschinenserie wurde gezielt für die hohen normativen Anforderungen des europäischen Marktes konzipiert. Ausgestattet mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS, erfüllen die Maschinen die Vorgaben der TSI 2023. Dank der neuen Maschinensteuerung P-IC 3.0 entsprechen sie zudem den Anforderungen des Cyber Resilience Act.
Der UnimatExpress 2X-4x4 Dynamic geht nach Tschechien zu OHLA ŽS, a.s., einer Tochter des spanischen Baukonzerns OHLA. Für seine Bahnbauprojekte hat der Konzern erstmals Maschinen von Plasser & Theurer angeschafft. Ausschlaggebend waren die hohe Leistungsfähigkeit sowie die Ausstattung mit ETCS. Der UnimatExpress wird die modernste Maschine im Fuhrpark des Unternehmens und die erste ETCS-ausgerüstete Stopfmaschine in Tschechien sein.
Für den Einsatz als mechanisierter Durcharbeitungszug wurde zusätzlich ein Plasser BallastMaster 410 beschafft. Beide Maschinen sind für Einsätze auf Hochgeschwindigkeitsstrecken vorgesehen und in Tschechien sowie der Slowakei zugelassen.
Tandembetrieb mit Mehrfachtraktion
Mit der „Multiple Traction Control“ können UnimatExpress und BallastMaster gekoppelt und von einem Führerstand gemeinsam gesteuert werden. Alle relevanten Daten der zweiten Maschine sind auf einem zusätzlichen Monitor einsehbar, sodass beide Maschinen zusammen im Verband überstellt werden können.
Flexibilität in der Weiche und hohe Leistung auf der Strecke
Die UnimatExpress-Serie hat alle Werkzeuge an Bord, um perfekte Stopfergebnisse zu erzielen. Als Universalstopfmaschine deckt sie ein breites Einsatzspektrum ab: Neben Streckengleisen liegt der Fokus auf der Durcharbeitung von Weichen sowie Anschlussgleisen.
Kunden können zwischen zwei 2-Schwellen-Stopfaggregat-Varianten wählen: Flexibles 8x4-Aggregat mit acht unabhängigen Aggregatsegmenten, wobei jedes mit Schwenkpickeln ausgestattet ist, oder 2X-4x4-Aggregat, eine Kombination aus Strecken- und Universalstopfaggregat für einen hervorragenden Mix aus Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit. Genauere Informationen finden Sie im Beitrag „Allen Anforderungen gewachsen“.
Verbesserte Gleislagebeständigkeit
Zur Steigerung der Produktivität sowie zur Reduktion von Sperrzeiten, Personalaufwand und somit von Kosten ist beim UnimatExpress der Dynamische Gleisstabilisator (DGS) in die Stopfmaschine integriert. Durcharbeitung inklusive Stabilisierung des Gleises erfolgen in einem Arbeitsgang. Durch Erhöhung des Querverschiebewiderstands nach der Durcharbeitung und kontrollierte Vorwegnahme der Anfangssetzungen werden Langsamfahrstellen reduziert und die Gleislagebeständigkeit entscheidend erhöht. Dadurch können Durcharbeitungsintervalle um bis zu 30 % verlängert werden und die Instandhaltungskosten sinken.
Digitale Lösungen für effizientere Arbeitsabläufe
Digitale Anwendungen für die UnimatExpress-Serie erweitern die Maschine zur datenbasierten Arbeitsplattform und sind optional verfügbar. Mit dem integrierten Messsystem Plasser InertialGeometry, ist sowohl hochpräzise Nachmessung unter realer Achslast zur Arbeitsdokumentation mittels DRP als auch schnelle Vormessung für den Arbeitsgang mittels SmartALC möglich – und das bis zu 100 km/h. Eine Erweiterung mit dem Fixpunktmesssystem Plasser ReferencedGeometry liefert präzise Referenzpunkte für die absolute Gleisgeometrie und berechnet automatisch erforderliche Korrekturwerte. Plasser InfraScan sammelt zusätzliche Daten zur Gleisinfrastruktur und zu angrenzenden Strukturen. Sie können für die Analyse des Lichtraumprofils, der Schotterverteilung sowie der Messungen von Bahnsteig- und Fahrdrahtpositionen und des Abstands zum Nachbargleis verwendet werden. Systeme wie Plasser TampingControl und Plasser TampingAssistant unterstützen das Bedienpersonal während des Stopfprozesses mit Messdaten und Assistenzfunktionen.
Ressourcenschonende Schotterbewirtschaftung
Der neue BallastMaster 410 kombiniert alle Funktionen für wirtschaftliches Schottermanagement: Pflügen von Bettungsflanke, Randweg und Bettungskrone, Aufnehmen, Speichern und Wiedereinbringen von Schotter sowie Kehren in einem Arbeitsgang. Während der Arbeiten kann dank Ausschwenkbegrenzung der Flankenpflüge das Nachbargleis befahren werden.
Die Maschine ist optimal ausgestattet für Einsätze sowohl auf Strecken als auch in der Weiche. Mit der verstellbaren Bürstenwelle können unterschiedliche Arten und Formen von Schwellen bearbeitet werden, ein zeitaufwendiger Bürstenwechsel ist nicht mehr erforderlich. Zur effizienten Ressourcennutzung verfügt die Maschine über einen 10 m³ großen Silo. Gespeicherter Schotter kann dank punktueller Einschotterung gezielt eingebracht werden.
Die Kabine wurde ebenfalls verbessert: Das Bedienpersonal profitiert durch komfortables Arbeiten im Sitzen und gleichzeitig verbesserte Sicht auf den Arbeitsbereich. Mit der ETCS-Ausstattung erfüllt die Maschine auch die Anforderungen der TSI (Technische Spezifikationen für die Interoperabilität).
Gemeinsamer Bahnbetrieb in Europa stellt eine Vielzahl neuer Anforderungen
Ein wesentlicher Grund für die Weiterentwicklung der beiden bewährten Maschinenkonzepte sind die gestiegenen normativen Anforderungen an Schienenfahrzeuge in Europa. Die TSI legen gemeinsame Regeln für den Bahnverkehr in Europa fest. Sie umfassen Anforderungen, die Züge, Gleise und andere Teile des Bahnsystems erfüllen müssen, um grenzüberschreitend kompatibel und sicher zu funktionieren. Unser neues Maschinenportfolio ist bestens auf die neuen Vorschriften abgestimmt.
ETCS in Bahnbaumaschinen – wir haben eine Lösung
Das ETCS (European Train Control System) soll den Bahnverkehr durch einheitliche Standards vereinfachen und zukünftig über 20 nationale Systeme ersetzen. Ab 2026 müssen Bahnbaumaschinen, deren Zulassungsprozess in diesem Jahr beginnt, damit ausgestattet werden. Gemeinsam mit dem ETCS-Hersteller Siemens Mobility haben wir eine Plattformlösung entwickelt, die den spezifischen Anforderungen im Bahnbau entspricht und gleichzeitig eine wirtschaftliche Maschinenintegration ermöglicht.
Erhöhte Sicherheit vor Cyberangriffen
Ab dem Jahr 2027 schreibt die neue EU-Maschinenverordnung Cybersicherheit als integralen Bestandteil der Maschinensicherheit vor. Daher müssen auch Bahnbaumaschinen vor Manipulation geschützt sein. Unsere neue Maschinensteuerung P-IC 3.0 erfüllt die Anforderungen dieses Cyber Resilience Act. Sie gewährleistet zuverlässigen Schutz vor Cyberangriffen und erhöht die Verfügbarkeit der Maschinen.
Standardisierung für Ländercluster in Europa
Kern des Portfolios sind definierte Länderpakete, die eine wirtschaftliche ETCS-Integration ermöglichen und den Einsatzradius der Maschinen über Ländergrenzen hinaus erweitern. Innerhalb eines Länderclusters sind die Maschinen mit ETCS sowie den nationalen Zugsicherungssystemen ausgestattet und können flexibel und effizient grenzüberschreitend eingesetzt werden. Für Länder außerhalb Europas sind die Maschinen auch ohne ETCS erhältlich.